Gesinterte Edelstahl-Gewebefilter werden in Prozesswasser, Kühlkreisläufen, Vorfiltration und wiederverwendbaren Filtersystemen eingesetzt. Mehrere Gewebelagen werden im Vakuum verbunden und bilden eine starre, durchlässige Struktur.
Aufbau und Funktion
Die Filterlage bestimmt die Rückhaltung, während gröbere Stütz- und Schutzlagen die mechanische Stabilität erhöhen. Dadurch bleibt die Geometrie bei Druckwechseln und Rückspülung besser erhalten als bei unverbundenen Lagen.

Wichtige Spezifikationen
- Filterfeinheit des gesinterten Gewebes: produktabhängig 1–5.000 µm
- Werkstoff: häufig 316L; Alternativen nur nach Prüfung der Wasserchemie
- Abmessungen, Wandaufbau und Anschluss passend zum Gehäuse
- Zulässiger Differenzdruck und gewünschter Volumenstrom
- Reinigungschemie, Rückspülrichtung und Dokumentation
Werkstoffwahl bei Chloriden
316L ist für viele Wasseranwendungen geeignet, aber kein Universalwerkstoff. Chloridgehalt, Temperatur, pH-Wert, Oxidationsmittel und Stillstandsbedingungen beeinflussen das Lochfraßrisiko. Für Meerwasser oder aggressive Medien kann Titan oder eine höher legierte Ausführung erforderlich sein. Die Wahl muss mit der tatsächlichen Analyse abgeglichen werden.
Reinigung und Leistungsüberwachung
Oberflächliche Ablagerungen lassen sich häufig rückspülen. Eingelagerte Partikel können eine Ultraschallreinigung erfordern; mineralische oder organische Beläge benötigen ein werkstoffverträgliches Reinigungsmittel. Nach jeder Reinigung sollten Durchfluss oder Druckverlust mit dem Ausgangszustand verglichen werden.
Typische Einsatzfelder
Geeignete Anwendungen sind Prozesswasser in Chemieanlagen, Kühlwasser, kommunale Vorfiltration, Getränke- und Pharmaprozesse mit vereinbartem Reinigungsplan sowie Schutzstufen vor Membranen. Für hygienische oder regulierte Prozesse müssen Oberfläche, Dichtung, Reinigungsvalidierung und Dokumentationsumfang separat festgelegt werden.