Bestätigen Sie vor der Bestellung die Werkstoffverträglichkeit für das tatsächliche Medium, dessen Konzentration, die Temperatur und die Betriebsbedingungen. Titan wird hier nicht als allgemein beständig gegen Salz- oder Schwefelsäure angegeben.

Warum Titan statt Edelstahl?

Das Hauptargument für Titan ist seine Chemie. Reintitan (Grade 2) bildet eine stabile, selbstheilende Oxidschicht (TiO2), die einer Reihe aggressiver Medien widersteht:

Titan-Sinterpulver-Filterpatronen Trio Stirnansicht
  • Salzsäure (HCl): Bestätigen Sie vor der Bestellung die Werkstoffverträglichkeit für das tatsächliche Medium, dessen Konzentration, die Temperatur und die Betriebsbedingungen. Titan wird hier nicht als allgemein beständig gegen Salz- oder Schwefelsäure angegeben.
  • Schwefelsäure (H2SO4): Bestätigen Sie vor der Bestellung die Werkstoffverträglichkeit für das tatsächliche Medium, dessen Konzentration, die Temperatur und die Betriebsbedingungen. Titan wird hier nicht als allgemein beständig gegen Salz- oder Schwefelsäure angegeben.
  • Feuchtes Chlor und chloridhaltige Solen: Hier rechtfertigt Titan seinen Preisaufschlag besonders deutlich. In Chloralkali-Anlagen und vielen Anwendungen mit hohem Chloridgehalt ist Titan gegen Loch- und Spaltkorrosion deutlich widerstandsfähiger als 300er Edelstähle.
  • Meerwasser: Titan verfügt über jahrzehntelange bewährte Standzeit in Meerwasser ohne messbare Korrosion, während 316L in stagnierenden oder strömungsarmen Meerwasserzonen Lochkorrosion entwickeln kann.
  • Biokompatibilität: Die Eignung für pharmazeutische Anwendungen und Lebensmittelkontakt muss für das fertige Bauteil und den vorgesehenen Einsatz bewertet werden. Die Werkstoffgüte allein belegt weder Biokompatibilität noch regulatorische Konformität. Vereinbaren Sie die erforderlichen Nachweise vor der Bestellung.

Hinzu kommt ein Gewichtsvorteil. Titan hat eine Dichte von 4.51 g/cm3 gegenüber 8.0 g/cm3 bei 316L und ist damit etwa 44% leichter. Bei großen Filtergehäusen mit mehreren Elementen reduziert das die strukturelle Belastung von Halterungen und Rohrleitungen.

Wichtige Spezifikationen

Werkstoff: Reintitan Grade 2 (ASTM B348 / ASTM B381)

Porengrößenbereich: 0,22 – 100 µm

Max. Betriebstemperatur: 400°C

Max. Differenzdruck: ca. 0.6 MPa (abhängig von der Wandstärke)

Porosität: 30 – 45%

Standard-Außendurchmesser: 14 – 200 mm

Länge: 100 – 1200 mm

Wandstärke: 2 – 10 mm

Hinweise zur Herstellung

Titan-Sinterpulverelemente werden grundsätzlich ähnlich hergestellt wie Edelstahlvarianten, also durch Pulververdichtung und anschließendes Vakuumsintern. Titan erfordert dabei jedoch eine deutlich strengere Atmosphäre. Ab etwa 500°C reagiert Titan stark mit Sauerstoff und Stickstoff, daher muss der Sinterprozess in Hochvakuum, typischerweise unter 10-3 Pa, oder in hochreinem Argon erfolgen, um Versprödung zu vermeiden. Die Sintertemperatur für Reintitan liegt bei 1000-1200°C, mit Haltezeiten von mehreren Stunden, um eine vollständige metallurgische Bindung zu erreichen.

Titan-Sinterpulver-Filter Endkappe Gewinde Detail

Diese Empfindlichkeit gegenüber der Ofenatmosphäre ist ein wesentlicher Grund, warum Titanelemente mehr kosten als 316L-Alternativen. Die Ofenzyklen sind länger und die Anforderungen an Pulverreinheit und Prozessumgebung strenger.

Anwendungen

Chloralkali- und Solefiltration

Chloralkali-Anlagen elektrolysieren Sole, also NaCl-Lösung, zur Herstellung von Chlor, Natronlauge und Wasserstoff. Die Sole muss gefiltert werden, um die Ionenaustauschmembranen der Elektrolysezellen zu schützen, denn selbst kleine Partikel können diese teuren Membranen beschädigen. Titan-Sinterpulverfilter im Bereich von 1-10 µm übernehmen diese Aufgabe ohne Korrosion im gesättigten Chloridmilieu. Edelstahlfilter würden in derselben Anwendung Lochkorrosion zeigen und die Sole mit Eisen- und Chromionen verunreinigen.

Titan-Sinterpulver-Filter Oberfläche Textur

Offshore- und Meerwassersysteme

Meerwassereinspritzsysteme auf Offshore-Plattformen, Ballastwasseraufbereitung an Bord und Vorfiltration in Entsalzungsanlagen benötigen Filter, die dauerhafte Salzwasserbelastung überstehen. Titan-Sinterelemente haben in Meerwasser eine lange Einsatzhistorie, auch in stagnierenden oder verschmutzungsanfälligen Bereichen, in denen Spaltkorrosion bei Edelstahl die Standzeit begrenzt. In vielen Systemen können sie sogar mit demselben Meerwasser rückgespült werden, ohne die Korrosionsrisiken von Edelstahlalternativen.

Pharmazeutische Bioprozesse

Die Eignung für pharmazeutische Anwendungen und Lebensmittelkontakt muss für das fertige Bauteil und den vorgesehenen Einsatz bewertet werden. Die Werkstoffgüte allein belegt weder Biokompatibilität noch regulatorische Konformität. Vereinbaren Sie die erforderlichen Nachweise vor der Bestellung.

Nassprozesse in der Halbleiterindustrie

Bestätigen Sie vor der Bestellung die Werkstoffverträglichkeit für das tatsächliche Medium, dessen Konzentration, die Temperatur und die Betriebsbedingungen. Titan wird hier nicht als allgemein beständig gegen Salz- oder Schwefelsäure angegeben.

Kostenbetrachtung

Titan-Sinterpulverelemente liegen preislich in der Regel über vergleichbaren 316L-Elementen, wobei die Differenz je nach Größe, Wandstärke, Pulverqualität und Bestellmenge stark variiert. In manchen Angeboten fällt der Aufpreis so aus, dass der Korrosionsvorteil die Investition relativ schnell rechtfertigt.

Berücksichtigt man die Standzeit, wird Titan oft noch attraktiver. Wenn 316L in einer Anwendung alle 6-12 Monate ersetzt werden muss, ein Titanelement aber 5 Jahre oder länger hält, sinken die Gesamtbetriebskosten erheblich.

Bestätigen Sie vor der Bestellung die Werkstoffverträglichkeit für das tatsächliche Medium, dessen Konzentration, die Temperatur und die Betriebsbedingungen. Titan wird hier nicht als allgemein beständig gegen Salz- oder Schwefelsäure angegeben.

Detaillierte Spezifikationen und Abmessungen finden Sie auf unserer Produktseite für Titan-Sinterpulverfilter. Wenn Sie poröses Titan lieber in Platten- oder Scheibenform benötigen, besuchen Sie bitte auch unsere Seite für poröse Komponenten.